NEW LEISURE NICOLE SROCK.STANLEY

Ist der Future Store digital oder analog?

Expertin für New Leisure und Retail Experiences

WAS MACHT EINEN FASHION STORE ZU EINEM “FUTURE RETAIL” STORE?

Die Frage danach, wie digital ein Fashion Store heute sein muss, um das Prädikat Future Retail zu tragen und als innovativ in der Branche und vor allem beim Konsumenten wahrgenommen zu werden, beantwortet meines Erachtens aktuell der bonprix fashion connect Store in Hamburg am besten.
In der Hamburger Mönckebergstraße 11 bringt bonprix, als einer der umsatzstärksten Onlineshops Deutschlands, seine E-Commerce Expertise seit Mitte Februar erstmals auch auf die Ladenfläche. Nach einer rund zweijährigen Konzeptions- und Testphase ist der Modeversandhändler nun offiziell Vorreiter im Bereich Multichannel-Retail: Unter dem Motto „fashion connect“ verbindet das international erfolgreiche Modeunternehmen der Otto Group die Vorzüge des stationären Handels mit denen des Onlineshoppings und inszeniert aktuelle Modetrends unter Einbindung intuitiver, digitaler Technologien auf besondere Weise.
Verbunden ist hier vor allem eines: die gesamte Customer Journey – vom stationären Handel bis hin zum Onlinegeschäft. Der innovative Future Store ist konsequent Kundinnen-zentriert, digital und vor allem lernfähig. Im Mittelpunkt steht die weiterentwickelte bonprix-App, die Kunden smart begleiten und durch das Shopping Erlebnis navigieren soll. Benutzt wird sie wie ein persönlicher, digitaler Shopping-Assistent. Sie dient sowohl als Eintrittskarte als auch als Fernbedienung. Das einmalige Shopping-Erlebnis startet bereits mit dem Check-In per App. Das Smartphone wird zum wesentlichen Hilfsmittel, denn für die Kunden ist das Device in ihrem Alltag sowieso ein essentieller Bestandteil.

IST DER FUTURE RETAIL STORE DIGITAL ODER ANALOG?

Ich bin mir sicher, das die Zukunft des Retails in einer perfekten Verschmelzung von digital und analog liegt. Die Ladenfläche dient als analoge Plattform und Bühne deshalb vor allem der Inspiration zu aktuellen Modethemen und ausgewählten Looks. Bei bonprix kommt das Smartphone dann als Navigator ins Spiel, sobald es zwischen der Kundin und einem Teil „funkt“. Dann kann dieses durch den QR-Code mit dem Smartphone gescannt werden. Auf diesem Weg landet es automatisch in der passenden Größe im virtuellen Einkaufskorb. Ohne lästiges Schleppen sind die Bestellungen anschließend bereits wie von Zauberhand auf dem Weg in die personalisierte Umkleidekabine.
Der nächste Anlaufpunkt des Stores ist die sogenannte Fashion Bar. Erfrischende Getränke, inspirierende News und spontane Gespräche – hier trifft man sich, bevor es in den Fitting Room zur Anprobe geht. Zeitgleich wird die Kundin hier durch mehrere Monitore stets mit aktuellen Neuigkeiten aus der Fashionbranche versorgt, während ausgewählte Catwalk Sounds die Vorfreude auf die ganz eigene, private Fashion Session im personalisierten Fitting Room noch vergrößern.
Die extra großzügig gestaltete Umkleidekabine ist seit dem Check-In für die Kundin reserviert und empfängt diese beim Betreten mit dem Inhalt des digitalen Shopping Bag, der bereits ordentlich auf dem Bügel zur Anprobe bereitsteht. Damit sich die Kunden darin wohlfühlen, sind die Kabinen mit einer angenehmen Belüftung und mit vier wählbaren Lichtszenarien ausgestattet. So kann, bevor richtig losprobiert wird, vorab noch das passende Licht zur Stimmung angeschaltet werden. Doch hier hört das Erlebnis noch nicht auf, sondern geht erst richtig los: der Room Service verleiht der Anprobe einen einzigartigen Touch, den wir herkömmlich nur aus der exklusiven Modeboutique kennen. Jede der 18 Kabinen ist mit einem großflächigen Touchscreen, der Änderungswünsche der Waren ermöglicht, ausgestattet. Will man ein Teil in einer anderen Größe probieren, heißt es „Sesam, öffne dich“ und die Nachbestellung liegt im Handumdrehen im Kleiderschrank in der optimalen Größe zur Anprobe bereit.
Ganz real, aber ebenfalls zauberhaft sind auch die Fashion-Assistenten im Store, da jederzeit ansprech- und hilfsbereit. So ist die persönliche Mode-Beratung auch von der Kabine nur einen Knopfdruck entfernt. Auch beim Hinauslaufen soll hier alles ganz entspannt ablaufen. Was am Ende der Fashion Session gekauft werden möchte, wird mit rausgenommen und kann entweder über die App oder am schnellen Check-out selbst und auch bei einem Mitarbeiter an einer ganz normalen Kasse bezahlt werden. Ganz bewusst sollen so lange Warteschlangen vermieden werden.

WIE SIEHT DIE ZUKUNFT DES RETAILS AUS?

Für die Zukunft muss der Retail auf digitale POS Technologien setzen, die sich ganz natürlich entsprechend des gelernten Nutzerverhaltens im Store anwenden lassen. Dies ist bei bonprix im fashion connect Store gegeben, denn das Smartphone als ständiger Begleiter wird hier optimal als Navigator eingesetzt. Ansonsten gilt, dass alles Digitale als Assistenzprogramm im Hintergrund ablaufen und die Customer Experience unterstützen muss, ohne den Konsumenten von seinem ganzheitlichen Shoppingerlebnis abzulenken.

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