VAN BO LE-MENTZEL Tiny Houses

Mit kleiner Architektur gegen globale Herausforderungen

Konstruieren statt Konsumieren – Bekannt geworden ist der deutsche Architekt, DIY-Experte und DAN ACADEMY Speaker Van Bo Le-Mentzel durch seine vom Bauhaus inspirierte Selbstbau-Designmöbel-Kollektion mit dem provozierenden Namen „Hartz-IV Möbel“. Gesellschaftskritisch und radikal innovativ zugleich, weitete er die Idee des demokratischen Designs aufs Wohnen aus. 2010 stellte er eine 21 Quadratmeter große „Hartz- IV-Wohnung“ vor. Wenig später entstand daraus die „100-Euro-Wohnung“ als ein sogenanntes Tiny House. In den nächsten Jahren sammelt Van Bo viele Erfahrungen zum Thema sozialer Wohnungsbau, Tiny Houses und soziale Nachbarschaften.

URBANER NOMADISMUS

2015 gründet er die Tinyhouse University. Das Ziel des Berliner Kollektivs aus Gestaltern, Bildungsaktivisten und Geflüchteten ist es, soziale Nachbarschaft auf kreative Weise zu erforschen. Die Tiny Houses bieten dabei Raum für Gespräche und künstlerische Interventionen, die sich nicht nur um gemeinschaftliches Wohnen drehen, sondern auch Themen wie Gentrifizierung, New Work, Bildungs- und Baukultur oder urbanen Nomadismus behandeln. Denn für Van Bo hat die Idee der Tiny Houses auf Rädern auch etwas mit dem Gegensatz des europäischen Siedlergedankens und des Nomadentums zu tun: „Vielleicht ist Migration auch ein Normalzustand,“ so der Kreative. „Im Winter kann ich in Spanien oder Thailand leben und im Sommer in Deutschland. Letztendlich ist es Teil unserer menschlichen Natur zu wandern, in Gemeinschaften und Nachbarschaften zu leben.“

NEUE WEGE IN DER BILDUNGS- UND BAUKULTUR

Von März 2017 bis März 2018 kuratierte er auf Basis der Tiny Houses den „Bauhaus Campus Berlin“ -ein künstlerisches Experiment am Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung. Der temporäre Campus aus Mini-Häusern stellt die neuen Wohnkonzepte zur Diskussion und soll vor allem Möglichkeitsräume für demokratische Utopien für Menschen mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit schaffen. Im Campus wird gemeinsam studiert, gebaut und über neue und gerechtere Formen des Miteinanders geforscht.

DAS BAUHAUS AUF RÄDERN

Zum 100-jährigen Bestehen des Bauhauses entwarf er in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kunstraum Savvy Contemporary, der Hochschule Anhalt, dem Goethe-Institut Kinshasa und Para Site Hongkong eine Miniaturversion vom Werkstattflügel des Dessauer Bauhauses. Auf die Frage nach der sozialen und politischen Rolle von Design und Architektur antwortet Van Bo: „Für mich ist das Bauhaus die kreative Reaktion der Gestalterinnen auf das Ende der Monarchie und den Beginn einer neuen Ära: Demokratie.“ Nach diesem Credo tourt das mobile Forschungslabor als Ort des kritischen Dialogs durch das ganze Land. Gegenstand der Diskussionen sollen vor allem Wohnungsnot und „enkeltaugliches“ Bauen aber auch der politische Status Quo sein.

GRÜNDUNG DER TINY FOUNDATION 

Mit seinen Erfahrungen und den zunehmenden Anfragen von Behörden, Unternehmen, Universitäten, Schulen und privat Personen entscheidet er sich 2019, seine eigene Agentur „Tiny Foundation“ zu gründen. Ziel der Agentur für soziale Nachbarschaft ist es, Menschen in (Wohnungs-)Not zu helfen: Wohnungslose, Wohnungsuchende, Gemeinden und andere, die eine soziale Nachbarschaft missen. Indem sie beraten, bauen, aufklären, Workshops anbieten und Konzepte für gemeinschaftliches Wohnen in der Stadt bereitstellen, schaffen die Mitglieder der Tiny Foundation einen Raum für soziale Nachbarschaft.

DIE TINY PUFFERZONEN FÜR MEHR GESELLSCHAFT   

Für Van Bo bieten die Tiny Houses aber nicht nur potenziellen Wohnraum – das ist in Deutschland nach aktueller Rechtslage auch noch nicht möglich. Er träumt von speziellen Parkausweisen für die Tiny Houses, die überall in den Städten verteilt stehen und eine Pufferzone zwischen komplett privatem und komplett öffentlichem Raum bilden. Genau aus diesem Grund kann dort etwas anderes passieren als im Büro oder der Wohnung. Es entstehen Räume für diejenigen, die sich mit Projekten für die Gesellschaft einsetzen: Nachhilfeunterricht, Kinderbetreuung, Food-Sharing, Bibliotheken oder Nachbarschaftskinos.

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