Transformation | Place Making

Wie entwickeln sich unsere Städte und die Stadtgesellschaft weiter? Welche Veränderungen beschleunigt die Corona Pandemie und worauf sollten Stadtgestalter zukünftig bauen?

Thorsten Kausch ist der festen Überzeugung, dass Städte nur dann attraktiv sind, wenn sie sich an den Bedürfnissen ihrer Bewohner orientieren und die Wünsche der Bevölkerung zum zentralen Motor ihrer Weiterentwicklung machen. Zukunftsfähige Städte optimieren beständig die Lebensqualität für ihre Bürger und sorgen für ein gutes Zusammenspiel der Bereiche Leben, Wohnen und Arbeiten in Innenstadtlagen genauso wie in der Peripherie. Dabei geht es vor allem darum, die Aufenthaltsqualität städtischer Räume so zu konzipieren, dass viele kleine und große Funken im Idealfall ein warmes Feuer aus Anziehungskraft und Attraktivität für eine Stadt erschaffen. Sein Credo: Wenn man es schafft, die Zufriedenheit der Bewohner im Inneren einer Stadt zu gewährleisten, kann man im Außen als Stadt attraktiv strahlen.

Für Thorsten Kausch steht bei allen Themen rund um die Stadtgestaltung immer der Mensch im Fokus. Deswegen ist der Stadtmanufaktur Gründer bei allen Partizipationsprozessen ein Fan von One-to-One und Face-to-Face Meetings oder Workshops und setzt am liebsten auf die persönliche Interaktion. Deshalb dürfen seiner Meinung nach Stadtgestalter nicht monothematisch denken und etwa nur die Perspektive des Einzelhandels oder der Immobilienentwickler berücksichtigen. Alle an der Stadtgestaltung Beteiligten sind vielmehr aufgefordert, zusammen zu handeln und die üblichen Interessentunnel zum Wohle einer holistischen Stadtgestaltung aufzulösen. Wichtigste Eigenschaft von Stadtmachern für Thorsten Kausch ist es daher, übergreifend denken zu können und raus aus den Tunneln zu kommen. Nur so gelingt es im „Kosmos Stadt“ eine Vielfalt aller Lebenswelten abzudecken und ein diverses, sich organisch entwickelndes Stadtgebilde zu kreieren.

In der aktuellen Zeit müssen sich die Städte vor allem mit veränderten Nutzungsgewohnheiten der Bewohner in der post-corona Zeit auseinandersetzen. Menschen arbeiten vermehrt zuhause im Homeoffice. Dies führt zu weniger Frequenz im Einzelhandel und der Gastronomie. Gleichzeitig stärkt dies lokale Händler und die Gastronomie abseits der Innenstadtlagen. Eine Konsequenz, wenn Leben und Arbeiten wieder stärker zusammenrücken, ist der Bedarf nach einer dezentralen Versorgungsstruktur. Gleichzeitig werden Nachbarschaften und Quartiere gestärkt. Schließlich gibt es auch Platz und Freiraum für neue Konzepte für die Innenstadtlagen.

Abschließend empfiehlt Thorsten Kausch einen Blick auf Kopenhagen als best practise Beispiel für das Thema Mobilitätsentwicklung. Für einen best case zum Thema digitale Stadt lohnt sich seiner Meinung nach vor allem ein Blick nach Tallin. 

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THORSTEN KAUSCH

… ist Marketingspezialist, Politikberater, Tourismusexperte und Gründer der Stadtmanufaktur.

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